DER REBELL VOM EGGIWIL hiess Ueli Galli. Er wurde als ein Hauptursächer des grossen schweizerischen Bauernaufstandes am 4. November 1653 in Bern gehängt.
Meine Recherchen über Ueli Galli führten anfangs der Achtzigerjahre vom Hundertsten ins Tausendste und mündeten 1991 in ein 750-seitiges Buch aus. Ich bezeichne es als Reportage, weil ich die Handlungen der Aufständischen, ihre Hoffnungen und Probleme aufzeichnen wollte, als sei ich selber dabei gewesen. Der Wunsch, das Leben im oberen Emmental des 17. Jahrhunderts zu begreifen, bedingte ein Eintauchen in verschiedenste Bereiche der Volkskunde und der Lokalgeschichte. Ich bemühte mich, keine Fiktion zu schaffen, das Vorgehen der Landleute aber nach der Faktenlage mit Respekt, einer Portion Logik und Menschlichkeit zu erklären. Allzu oft hatten Historiker die Aufständischen auf Grund der städtischen Ratsprotokolle wie dumbe Barbaren abgekanzelt. - Dass das Puzzle der Recherchen und damit die ländliche Reportage nach so langer Zeit Lücken aufweist, ist selbstverständlich.
Zytglogge Verlag Bern 1991, ISBN 3-7296-0298-5, Sfr. 68.- / Erhältlich bei mir.

Das Bild (von Res Krebs) zeigt den Bärbach im Eggiwil.

In dieser urwüchsigen Gegend, wo
der Aufstand der Emmentaler seinen Anfang nahm, führten wir im Januar 2003 ein
Stationentheater auf, eine Nachtwanderung mit Bildern und Szenen aus dem Schweizerischen
Bauernkrieg von 1653.
Für das vollständige
Szenario
des Stationentheaters samt der aus
Zeitgründen gekappten Schlussszene und einigen Stimmungsbildern: Bitte das
Bildchen anklicken!
Hans Kern, Fotograf im Eggiwil, hat ein Fotobuch
vom Stationentheater
gestaltet, zu dem ich den Text beigesteuert habe. Ansichten und Bestellung auf seiner
Homepage

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ANDERI LIEDER ist meine Sammlung von Schweizer Volksliedern. Illustriert von Stephan Bundi.
1976 wurden Otto von Greyerzens Volksliederbüchlein 'Im Rosegarte' neu aufgelegt. Eine wunderschöne Sammlung, ehrlich und ohne Vorbehalt. Die Schweizer Folksingers vermissten aber die garstigen Lieder, die Klage- und die Tanzlieder, die Balladen über Naturkatastrophen, die Arbeits- und Auswandererlieder. Und selbstverständlich fehlte bei einer Sammlung von 1907-1911 auch ein ganzes Jahrhundert. - So arbeitete ich bis 1979 an einer ergänzenden Volksliederausgabe. 120 Lieder, einstimmig gesetzt und - mit Hilfe vieler Informanten - kommentiert.
Zytglogge Verlag Bern 1979,
erweiterte Neuausgabe 1992, ISBN 3-7296-0084-2, Sfr. 32.- /
Erhältlich bei mir, ebenso ein Restposten der Erstauflage zum
Preis von Fr. 25.-
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DAS GESETZ DES WALDES ist
eine seltsame Geschichte von CHLÖISU FRIEDLI. Sie steckt wie
viele andere biografische Episoden, Heinzelmännchen- und
Traumgeschichten, Gedichte und Short Stories in einem
schiefwinklig geschnittenen Buch. Chlöisu war ein Bluespianist,
ein ganz aussergewöhnlicher lieber Mensch, ein Freund, er
starb1981. - Mein Beitrag als Herausgeber besteht im Epilog, der
kleinen Lebensgeschichte von Chlöisu Friedli.
Fata Morgana Verlag Bern 1993,
ISBN 3-905603. Sfr. 34.-
Vergriffen 2007
P.S. Das Buch ist schräg.
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IM FLUSS ist das
erste Bilderbuch des Fata Morgana Verlags. Mein Part war der des
Produzenten.
61 ganzseitige S/W-Fotografien von Tomas Wüthrich, Tagebuchtext
von Ruth Margot, Fr. 27.50
'IM FLUSS' dokumentiert sehr schön die Überschwemmungstage in
der Berner Matte im Mai 1999


Theaterformen
Es klingt
verrückt und für Theaterwissenschaftler und ebensolche -schaffende bestimmt
überheblich. Aber ich glaube, ich habe als Mathematiker und Musiker zwei
Theaterformen geschaffen. Zusammen mit einem Team, das ebenso theatralisch
ungebildet ist.
Am
31. März 1993 - es war der Geburtstag meines Vaters, deshalb erinnere
ich mich an das Datum - besuchte ich mit meiner Familie das Parkhotel du Sauvage
in Meiringen. Der Direktor Jürg Musfeld wollte in seinem Hotel Veranstaltungen
im Stile der englischen Murder Weekends organisieren. Live-Krimis. Er kannte meine
Spiele Kreml und Hotellive und fragte mich an, ob ich im Hotel
einen solchen Fall schreiben und inszenieren könnte. - Weder Jürg Musfeld noch
seine Frau Bice hatten jemals ein englisches Murder Weekend besucht, wohl aber
die Hotelsekretärin Sandra Steudler, die mich mit einigen Informationen zu
dessen Ablauf versorgte.
Wir klärten einige Voraussetzungen:
Titel wie 'Mörder Weekend' oder 'Morde im Hotel' fand ich unschön und problematisch, ich schlug Mystery
Weekend vor - ich konnte mir auch andere kriminelle Vergehen als Mord
vorstellen und fand den 'Mörder' im Titel zu blutrünstig, zu einschränkend,
zu ernst.
Die englische Vorgabe mit einigen wenigen Verdächtigen, die sich als
SchauspielerInnen outen und den Gästen nachts die Familiengeschichten ihrer
Figuren vor die Zimmertür legen, mit anschliessender intensiver Befragung der
Protagonisten, wollte mir nicht gefallen. Mir schwebte ein Spektakel vor, bei
dem jeder und jede im Hotel verdächtig war - fliessende Übergänge
zwischen Schauspielenden, Personal und Gästen. Mit Überraschungen und Witz
wollte ich arbeiten. Ich stand immer mehr auf Emma Peel als auf Agathe Christie.
Und ich konnte das nicht alleine bewältigen. Das erste Mystery Team
rekrutierte sich aus dem Berner Spieleladen DracheNäscht und bestand aus
Thomas Danzeisen, Claudia Eymann, David Landolf und mir.
Wir konstruierten den ersten Mystery Weekend Fall namens Morsoc.
Eine Persiflage auf die 'Sherlock Holmes Society', die im Parkhotel du Sauvage
beheimatet war - gemäss Arthur Conan Doyle war Sherlock Holmes in Meiringen
beim Kampf mit seinem Rivalen Prof. Brian Moriarty den Reichenbachfall hinunter
gestürzt, Im ersten Hotel des Ortes, dem 'Englischen Hof', hatte er seine letzte
Nacht verbracht. Zum Parkhotel gehörte ein Sherlock-Holmes-Museum, und der
Meisterdetektiv war die touristische Attraktion Meiringens. - Die 'Morsoc' war
eine obskure Gesellschaft, die Prof. Moriarty, den 'Napoleon of crime' verehrte,
und ihm zu Ehren an historischer Stätte Festspiele veranstaltete. Dabei sollte
der Genius des Kriminellen bewundert und prämiert werden, nicht rohe Gewalt,
und niemand sollte zu Schaden kommen. Kam dann aber doch.
Das
allererste Mystery Weekend im Oktober 1993 war journalistisch so
gut besucht keines nach ihm. Es war auch so reich an Pannen wie keines nach
ihm.
Der Saxofonist, der den späteren Täter nach dem Diner erpressen und dadurch
eine Mordserie auslösen sollte, genoss mit seiner Band den Applaus und bot
Zugabe um Zugabe, während die Journalisten doch endlich den kriminellen Akt
sehen und ablichten wollten. Der grausame Mord Nr. I.0.1 verzögerte sich um eine Stunde,
während einige Schauspieler strikt nach Drehbuch-Zeitplan Handlungen und
Aussagen tätigten, die vor Entdeckung des Mordes beim besten Willen keinen Sinn ergaben.
Eine arg betrunkene Gästegruppe schraubte nachts um drei die Sicherungen des
Hotels aus, veranstaltete unter Gekreische Verfolgungsjagden mit einem
Küchenmesser und hinterliess blutige Inschriften im Aufzug. Schliesslich
stellte unser Kommissar die bernische Polizeiarbeit geradezu naturalistisch dar:
Umständliche Befragung, Gehilfe tippt mit anderthalb Fingern auf der ältlichen
Schreibmaschine, behäbiges Vorlesen und Korrigieren der Protokolle - für die
Zeugen ergaben sich stundenlange Wartezeiten vor dem Polizeibüro.
Die Kinderkrankheiten der Mysteries wurden bald behoben: Bessere Vorab-Informationen der Gäste, flexiblere Drehbücher mit bedingten Anweisungen, vermehrte Intervention der Spielleitung, unbernisch aktive und publikumsnahe Kripo.
Wir
bieten Mystery Weekends heute für ca. 80 Gäste an. Beteiligt sind um 20
Eingeweihte - Spielleitung, Polizei, Opfer, SchauspielerInnen,
Hotelpersonal mit Spezialaufgaben, Moulagistin u.a.m. - Die Mysteries sind
aufwändig gestaltet. Hunderte von Requisiten aller Art und 30-40 intensive
Seiten Drehbuch - meist textlich nicht ausgefeilte Anweisungen - sind die Norm.
Trotz unbekannter Publikumsaktionen ist der kriminelle Ablauf minutiös
geplant. Doch erfordert das unberechenbare Publikum - das stets ins Geschehen
eingreifen kann und soll - von den Schauspielenden Improvisationskünste
und rollengemässe Reaktionen in unerwarteten Situationen. - Wir führen einen
Fall während eines Jahres ca. ein Dutzend Male auf.
Ein Mystery Weekend ist auf drei Säulen aufgebaut:
Das Szenario: für jeden Fall wieder eine ganz andere Welt, eine neue
Story, in welche die Gäste vor dem Weekend Einblick erhalten. Eine
Sicherheitsmesse / ein Serienmörder im Jahr 1912 / Das Brimborium Maximum einer
Sekte / u.a.m. - Die Gäste werden eingeladen, eine dem Szenario angepasste
kleine Rolle einzunehmen. Dabei sind sie völlig frei in ihrer Auswahl (wir
unterbreiten ihnen bloss einige Vorschläge).
Kriminelle Taten: Irgendwann wird das Szenario durch kriminelle
Taten
überlagert oder gar unterbrochen. Der Plot ist geplant - weil er sich
unter den
Augen von hundert Leuten abspielt. Exakt geplant. Die Tat soll die
Menschen
überraschen, Rätsel aufgeben, im besten Fall fast unerklärlich
scheinen. Sie wird nicht zur vollen Zufriedenheit der Täterschaft
gelingen (wär ja ein
gähnendes Weekend für die Gäste), der Übeltäter muss 'nachbessern',
lässt
weitere Taten folgen, die u.U. weit weniger subtil ausfallen als sein
vorbereiteter grosser Coup.
Die Lösung: Die Polizei wird die Spuren der Taten sammeln und ihre
Untersuchungen öffentlich führen. Die Spuren sind nicht leicht zu erkennen und
zu werten, überführen aber die Täterschaft letztlich eindeutig.
Auf
Initiative von Pfarrer Marc Lauper tagte während über einem Jahr eine
Spurgruppe mit dem Ziel, im Bauernkriegs-Gedenkjahr 2003 im Eggiwil "etwas
auf die Beine zu stellen". Ein konventionelles Sommertheater schien ebenso
ungeeignet wie ein einmaliges Fest - es müsste schon etwas Aussergewöhnliches
sein.
Im Februar 2002 unterbreitete ich der Spurgruppe das Grobkonzept eines Stationentheaters.
Der Name war meine Eigenkreation und sollte in etwa beschreiben, was ich mir
vorstellte: Das Publikum schreitet in freien oder geführten Gruppen von Station
zu Station. Stationen können bespielte oder anderweitig ausgestattete Plätze
sein. Die Szenen des Stationentheaters müssen kurz und prägnant sein, die
Schauspielenden würden x-mal dieselbe Szene für immer neue Publikumsgruppen
wiederholen müssen. Der Gang durch die Stationen soll für die Gäste eine
Geschichte ergeben.
Beeinflusst haben mich dabei der Rundgang durch das Berner Münster vor Weihnachten 2001 - von Regisseur Dominique Saner gestaltete Bilder zur Weihnachtsgeschichte, mit Lichteffekten von Peter Kunz. Ich war hoch erfreut, dass Dominique und Peter ihre Mitarbeit am Projekt im Eggiwil zusagten. Der zweite theatralische Elternteil des Stationentheaters waren die Mystery Weekends, wo das Publikum sich frei bewegen kann und in hohem Mass ins Geschehen mit einbezogen wird, wo Improvisationen und Dialoge zwischen DarstellerInnen und ZuschauerInnen gang und gäbe sind. Auch die Mitwirkung des Fata Morgana Teams war für das Stationentheater ganz wesentlich.
Dass ein Stationentheater kein episches Theater bieten kann, keine Figuren in ihrer Vielschichtigkeit herausarbeiten kann, ist eine negative Vorgabe. Das Patchwork-Konzept lässt dafür viel Raum für einzelne Ideen, für Überraschungen, für den Einbezug der Umgebung. Die Mitwirkung wird demokratisiert - die kurzen Szenen schaffen kein Stars, viele Menschen müssen vor und hinter den Kulissen zum Gelingen beitragen. Ein ganz wesentliches Element ist die Teilung des Publikums in kleine Gruppen, die innerhalb von ca. 90 Minuten ihre Wanderung von Station zu Station antreten. Dadurch entsteht die Nähe, die Unmittelbarkeit des Erlebnisses. Das Publikum tritt mitten in die Räume und Szenen hinein.
Das Eggiwiler Stationentheater (15.1. - 2.2. 2003) war ein theatralisches und logistisches Abenteuer. Wir konnten mit der Stube des 'Giebels' den historischen Ort der ersten Versammlung der Emmentaler im Bauernkrieg von 1653 mit einbeziehen. Ein Glücksfall. Über hundert Leute waren an den Aufführungen beteiligt. Gemeinde, Kirche und Vereine haben das Theater unterstützt. Wir wurden vor Ausfällen und Unfällen verschont. Es war ein grosser Erfolg und ein grosses Erlebnis für Mitwirkende und BesucherInnen.
Es ist anzunehmen, dass dieses Stationentheater das erste, aber nicht das letzte seiner Art gewesen sein wird. Gut so.
Links
Auf der fata morgana
Homepage läuft ein Sprichwort-Generator, den
ich zusammen mit Lu Merlach entwickelt habe und weiter bearbeite.
Deutsche Sprak, schwere Sprak, aber langsam kriegen wir sie in
den Griff.
Und wenn schon von Sprache die Rede ist - auch hinter den Mysteries stecken
20- bis 30-seitige Drehbücher, die sich von Aufführung zu
Aufführung wandeln und anwachsen, und auf die ich recht stolz
bin.
Schönheiten
vom Rande der Datenautobahn
No,
You can't !!!
Rezept: Truthahn im Whisky
Man kaufe einen Truthahn von fünf Kilo für sechs Personen und eine Flasche Whisky, dazu Salz, Pfeffer, Olivenoel und Speckstreifen.
Truthahn mit Speckstreifen
belegen, schnüren, salzen, pfeffern und ein wenig Olivenöl
dazugeben. Ofen auf Stufe 7 während zehn Minuten vorwärmen. Sich
ein Glas Whisky einschenken. Anschliessend den Truthahn auf einem
Bratblech in den Ofen schieben . Nun schenke man sich zwei
schnelle Gläser Whisky ein und trinke diese.
Den Thermostat nach 20 Minuten auf 8 stellen, damit es ihn
richtig drannimmt. Man schenke sich drei weitere Gläser Whisky
ein.
Nach einer alben Dunde öffnen,
wenden und den Braten überwachen. Die Fiskiflasche ergreiff und
sich eins hinter die Binde kippen.
Nach einer weiteren halben Stunde bis zum Ofen hinschlendern und
die Trute rumwenden. Darauf achten sisch an der verdammten
Obendüre nischt die Hand su ferbrenenn. Sich weitere fünf oder
sechs Wiskigläser sisch oder soo.
Die Drude während dreis
Schtunden raten und sich alle swansig Piluten beissen, wenn
mögli. Zum Trut kriechen und den Offen aus dem Viech ziehen.
Nomal einen Schluggenehmigen und wieder versuchen das Biest
rauszugriegen. Den Trut vom Boooden auflesen, mit einem Tuch
abdurgten un auf eine Bladde hinrichten. Paa uff, das du nicht
uff d'Schnurre gheisch, weggen dem Fett auf dem
Blaeddli-blaeddli-bo. Wenn sich dorschdem nicht vermaiden laesd,
fersuchen sich widder aufzurichten.
Ein wenig schlapfen.
Am nächsten Tag den Truthahn mit Mayonnaise kalt essen, selbstverständlich nachdem man das ganze Bordell vom Vorabend aufgeräumt hat.
Wie erkennt man ob eine Kuh an BSE leidet?
| Wenn sie sich so
anhört, kannst Du beruhigt den Ofen anmachen.
|
Wenn sie sich so anhört, handelt es sich um eine BSE-verseuchte Kuh
|

Gesetz- und
Verordnungsblatt für das Land Sachsen-Anhalt 4. Jahrgang,
Ausgegeben in Magdeburg am 01. April 1993, Nummer 15
§ 1
Definition:
Der Abort, umgangssprachlich auch Toilette genannt, besteht aus einem trichterförmigen
Porzellanbecken zur Aufnahme der Exkremente mit einem klappbaren, auf dem
Sitzrand angebrachten Sitzstück.
§ 2 Anwendungsbereich:
Diese Benutzungsordnung gilt für die Darmentleerung in allen Aborten in Behörden,
Dienststellen und öffentlichen Gebäuden des Landes Sachsen-Anhalt.
§ 3 Sitzgebot:
Die Toilette darf nur im Sitzen benutzt werden. Die stehende Benutzung ist nur
an Urinalen erlaubt. Deren Benutzung ist in der Benutzungsordnung für Urinale
(BoU) geregelt.
§ 4 Vorbereitungen:
Vor dem Hinsetzen auf das Sitzstück sind die Beinkleider bis zu den Knien
herunterzuschieben.
§ 5 Sitzposition:
Der Benutzer setzt sich unter gleichzeitigem Anheben der Oberbekleidung so tief
in die Hocke, bis das Gesäß in die Sitzaufnahme einrastet. Das Gewicht des Körpers
ist gleichmäßig gleichseitig verteilt, der Oberkörper leicht nach vorne
geneigt. Die Ellenbogen ruhen auf dem Muskelfleisch der Oberschenkel, der Blick
ist frei geradeaus gerichtet.
§ 6 Darmentleerung:
Unter ruhigem Ein- und Ausatmen drängt der Benutzer unter gleichmäßigem
Anspannen der Bauchmuskulatur den ausscheidungsreifen Inhalt des Mastdarms bei
gleichzeitigem Entspannen des Afterschließmuskels in des dafür vorgesehenen
Durchbruch des Prozellanbeckens. Die Äußerung von gutturalen Stimmlauten,
umgangssprachlich auch als Ächzen oder Stöhnen bezeichnet, ist auf das absolut
notwendige Maß zu beschränken.
§ 7 Sichtkontrolle:
Nach beendeter Prozedur steht der Benutzer auf, macht eine Drehung um 180 Grad
nach links und nimmt eine Sichtkontrolle der Exkremente vor. Bei Auffälligkeiten
ist eine Stuhlprobe sicherzustellen und an das nächstliegende Gesundheitsamt zu
übersenden.
§ 8 Reinigung des Rektums:
Der dafür vorgesehenen Vorrichtung sind Reinigungsfähnchen (14x10 cm,
einlagig) in ausreichender Stückzahl, höchstens jedoch fünf, zu entnehmen.
Das Reinigungsfähnchen wird mit dem Daumen und Zeigefinger der rechten Hand
erfasst und von hinten der Reinigungszone, das ist der Bereich zwischen den Gesäßbacken,
zugeführt. Das Reinigungsfähnchen wird unmittelbar vor den äußeren
Geschlechtsorganen fest an den Körper gedrückt und mit einer ziehenden
Bewegung bis unmittelbar vor das Steißbein geführt. Dieser Vorgang wird
solange wiederholt, bis mindestens ein Blatt sauber erscheint, sofern dazu nicht
die Verwendung von mehr als fünf Reinigungsfähnchen erforderlich ist. Im
Bedarfsfall sind die Reinigungsfähnchen beidseitig zu benutzen. Die benutzten
Reinigungsf&suml;hnchen dürfen nicht mitgenommen werden, sondern sind
ebenfalls in das Porzellanbecken zu entsorgen.
§ 9 Reinigen des Aborts: Nach
Benutzung des Aborts ist zwingend die Spülung zu betätigen. Eine Delegierung
dieser Tätigkeit an andere ist ausdrücklich verboten. Nach dem Spülvorgang
verbleibende Exkrementanhaftungen sind mit der dafür vorgesehenen Reinigungsbürste
manuell zu entfernen.
§ 10 Verlassen des Aborts:
Vor dem Verlassen der Entleerungskabine sind die Beinkleider wieder in die
Ausgangsposition zu bringen. Bei Auftreten unangenehmer Gerüche ist das Öffnen
einer Lüftungsklappe angezeigt. Eine abschließende Reinigung der Handinnenflächen
wird anheimgestellt.
§ 11 Inkrafttreten:
Diese Benutzungsordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.